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Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt der Fachrichtung Justiz (früher gehobener Vollzugs- un d Verwaltungsdienst)

Kurzinformation für Bewerberinnen und Bewerber (Land Niedersachen)

Im Vollzug der Freiheitsstrafe sollen Gefangene befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Zugleich dient der Vollzug der Freiheitsstrafe dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten (§ 5 Niedersächsisches Justizvollzugsgesetz). Dieses Ziel kann nur durch das Zusammenwirken aller im Vollzug tätigen Berufsgruppen erreicht werden. Neben umfassenden Fachkenntnissen, physischer und psychischer Belastbarkeit werden von Bediensteten im Justizvollzug deshalb insbesondere Verantwortungsbewusstsein, Team- und Kooperationsfähigkeit sowie Einfühlungsvermögen erwartet. In den niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen mit rund 6.200 Haftplätzen arbeiten ca. 3.800 Bedienstete unterschiedlicher Berufsgruppen. In der Laufbahn des "gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienstes" sind ca. 180 Beamtinnen und Beamte beschäftigt.

Tätigkeitsbereiche:

Die Bediensteten dieser Laufbahngruppe nehmen in einer Justizvollzugsanstalt Aufgaben des mittleren Managements wahr und verfügen über eine große Verantwortung und hohe Entscheidungskompetenz.

Sie sind Vorgesetzte ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unmittelbare Ansprechpartner für die Gefangenen.

Vollzugsabteilungsleitung:

Sie entscheidet über die Vollzugsgestaltung und Behandlungsmaßnahmen für Gefangene, die in der Vollzugsabteilung untergebracht sind.

Fachbereichsleitung Sicherheit:

Sie gewährleistet Sicherheit und Ordnung der Vollzugsbehörde und wirkt bei der Behandlung der Gefangenen mit.

Fachbereichsleitung Arbeit der Gefangenen:

Sie ist für die Beschaffung von wirtschaftlich ergiebiger Arbeit und für die Aus- und Weiterbildung der Gefangenen verantwortlich und organisiert das Arbeitswesen nach kaufmännischen Gesichtspunkten.

Fachbereichsleitung Personal und Organisation:

Sie ist für das Personalmanagement sowie für die Aufbau- und Ablauforganisation der JVA verantwortlich.

Fachbereichsleitung Finanzen und Versorgung:

Sie ist für die wirtschaftliche Versorgung der Vollzugsbehörde und der Gefangenen verantwortlich.

Einstellungsvoraussetzungen:

In den dreijährigen Vorbereitungsdienst kann eingestellt werden, wer eine abgeschlossene Hochschul- oder Fachhochschulreife besitzt, die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union nachweist, zum Zeitpunkt der Einstellung das 40. Lebensjahr (als Schwerbehinderte/r das 45. Lebensjahr) noch nicht vollendet hat oder sich aufgrund tatsächlicher Kinderbetreuungszeiten an einer Bewerbung gehindert gesehen hat, jedoch nicht älter als 45 Jahre ist, die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland einzutreten sowie nach dem Ergebnis eines Auswahlverfahrens geeignet ist.

Einstellungen erfolgen jeweils zum 1. August. Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber werden in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen und zur " "Inspektorenanwärter/in im Justizvollzugsdienst" ernannt. Sie erhalten Anwärterbezüge nach A9 NBesO.

Ausbildung:

Ausbildungsziel: Die Ausbildung besteht aus einem dreijährigen Fachhochschulstudium. Die theoretischen Studienabschnitte (insgesamt 18 Monate) werden an der Fachhochschule für Rechtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen Fachbereich Strafvollzug – (FHR) in Bad Münstereifel absolviert. Die fachpraktischen Studienzeiten (ebenfalls 18 Monate) sind an niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen abzuleisten.

Inhalte der Lehrveranstaltungen der theoretischen Studienabschnitte sind insbesondere Vollzugsrecht, Kriminologie und Psychologie, Betriebswirtschaftslehre, Vollzugsverwaltungsrecht, Haushaltsrecht, Beamten- und Tarifrecht, Staats- und Verwaltungsrecht.

Während der fachpraktischen Studienzeiten werden die erworbenen theoretischen Kenntnisse in der Praxis angewandt und vertieft. Am Ende der Ausbildung steht die Laufbahnprüfung. Nach Bestehen der Laufbahnprüfung erfolgt in der Regel die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe und die Ernennung zur "Inspektor/in im Justizvollzugsdienst".

Dem Bewerbungsschreiben ist beizufügen:

  • tabellerischer Lebenslauf
  • Lichtbild
  • Zeugnisskopien
  • Kopien sonstiger Ausbildungs- und Berufsnachweise

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