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Sozialtherapie

Das übergeordnete Ziel aller sozialtherapeutischen Abteilungen ist es, Gefangene (Hier: Klienten) zu befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Zugleich soll die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten geschützt werden (§5 NJVollzG). Um eine wirksame Behandlung zu gewährleisten, orientiert sich die Sozialtherapeutische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Celle an den Grundsätzen der integrativen Sozialtherapie, wobei sie sich ausschließlich auf die erste Phase (Vorbereitungsphase) konzentriert, um die Klienten auf die nachfolgenden Phasen, welche dann in anderen Sozialtherapeutischen Abteilungen des Landes vollzogen werden, vorzubereiten. Diese konzeptionellen Überlegungen beruhen auf den bisherigen Erfahrungen in der sozialtherapeutischen Arbeit mit Strafgefangenen, die zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt wurden sowie Sicherungsverwahrten bzw. Strafgefangenen mit anschließender Sicherungsverwahrung. Inhaltlich setzt die Sozialtherapeutische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Celle u.a. folgende Schwerpunkte:

  • Förderung und Aufrechterhaltung der Behandlungsmotivation
  • Aufbau grundlegender sozialer Kompetenz und Gruppenfähigkeit
  • Verbesserung der Introspektionsfähigkeit und Impulskontrolle
  • Verbesserung der Problemlösefähigkeit

Zur Erreichung dieser Ziele werden am Bedarf ausgerichtete, individuelle psychologische und sozialpädagogische Einzelgespräche angeboten sowie verschiedene Gruppenbehandlungsmaßnahmen, Projektarbeit, und wechselnde Freizeitmaßnahmen wie beispielsweise:

  • Basiskompetenztraining
  • Soziales Training
  • Audiovisuelle Gruppe
  • Projektarbeit "Gartengruppen"
  • Projektarbeit "Holzarbeiten"

Die Sozialtherapeutische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Celle besteht aus zwei Wohngruppen mit je zehn Haftplätzen. Die Unterbringung erfolgt in Einzelhafträumen. Darüber hinaus stehen den Klienten je ein Gemeinschaftsraum und eine Küche zur Verfügung. Zusätzlich gliedern sich an die Sozialtherapeutische Abteilung zwei Behandlungsräume an, wovon einer mit einer weiteren Küche ausgestattet ist. Die Sozialtherapeutische Abteilung verfügt neben einem eigenen Arbeitsbetrieb in dem überwiegend Verpackungen eines Unternehmerbetriebs durchgeführt werden auch über einen Freistundenhof, der ausschließich den Klienten vorbehalten und für den Normalvollzug nicht einsehbar ist. Die Sozialtherapeutische Abteilung ist organisatorisch darauf ausgerichtet, kriminologenen Subkulturen entgegenzuwirken und den Klienten Rahmenbedingungen zu bieten, in denen sie die für die Veränderungsprozesse notwendige Unterstützung, Schutz und Erprobungsspielräume vorfinden. Aus diesem Grund findet in der Regel eine weitgehende Trennung der Klienten der Sozialtherapeutischen Abteilung von den Gefangenen des Normalvollzuges statt.


Zehn der insgesamt 20 Therapieplätze werden für Gefangene mit anschließender oder vorbehaltener Sicherungsverwahrung vorgehalten, um dem rechtlichen Anspruch auf Behandlung zu entsprechen und die Behandlungsmotivation sowie soziale Kompetenzen zu fördern und aufrecht zu erhalten.

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